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Schenkenschanz

Schenkenschanz ist mit 38 ha Gesamtfläche mit Abstand der kleinste Ortsteil von Kleve. Auf dieser relativ kleinen Fläche leben aber immerhin zirka 128 Menschen. Ein Ortsteil, der bei Hochwasser des Rheins zu einer Insel wird, und dann nur noch mit der Fähre zu erreichen ist. Und selbst die stellt den Betrieb ein, wenn das Wasser eine kritische Marke überschreitet.

Kirche SchenkenschanzSchon von weitem ist Schenkenschanz gut zu erkennen. Der mächtige Kirchturm ist weithin sichtbar. Und die Mauer, die die "Schänzer" vor den Fluten des Hochwassers schützen soll, ist ein Bollwerk in der ansonsten von saftigen Wiesen und Weiden geprägten Landschaft. Landschaftlich ist die Halbinsel außerordentlich reizvoll. Sie liegt inmitten des Naturschutzgebiets Salmorth, zwischen dem Zusammenfluss von Rhein und Altrhein bei Griethausen.

Die "Schanz", wie sie liebevoll genannt wird, hat eine sehr bewegte Geschichte. Einst als Festung gegen die Spanier erbaut, wurde die Schanz immer wieder von Spaniern, Franzosen, Holländern und Deutschen erobert. Ein Blick in die Geschichte von Schenkenschanz ist allemal lohnend. 1586 ist die Festung durch Maarten Schenk van Nideggen gegründet worden. Schenkenschanz war wegen seiner strategischen Lage zu den Niederlanden oft umkämpft. 1636 wurde Schenkenschanz im Krieg der Spanier gegen die Holländer durch Prinz Frederik Hendrik von Oranien belagert. Im niederländisch-französischen Krieg (1672-1678) wird Schenkenschanz außerdem zum Schauplatz des Rheinübergangs der Franzosen. Ludwig XIV. hat in Frankreich noch heute eine große Bedeutung. Am Ende des Krieges fallen die bisher holländisch besetzten Rheinfestungen an Brandenburg-Preußen. Danach lässt der Große Kurfürst die Befestigungsanlagen "schleifen", wodurch die Schanz für das Militär an Bedeutung verlor.

Blick auf Schenkenschanz von  der Fähre aus Heute ist von der kriegerischen Vergangenheit der Schanz nichts mehr zu spüren.Beschaulich geht es hier zu, hier kennt jeder jeden. Die Dorfbevölkerung bildet eine geschlossene Gemeinschaft, die auch heute noch eng miteinander verbunden ist. Spazieren sie eimal duch die engen Sträßchen auf Schenkenschanz, und Sie werden verstehen, warum das so ist. Schon wenn sie durch das gerade erneuerte große Fluttor gehen, haben Sie das Gefühl, als würden sie eine kleine Welt für sich betreten. Die"Hauptstraße" schlängelt sich quer duch den Ort und führt vorbei an den einzigen großen Gebäuden, der evangelischen Kirche und dem Pfarrhaus. Die Häuser schmiegen sich eng aneinander, bis hin zum Deichtor. Am Ende befindet sich noch eine kleine Gaststätte, die vor allem dem Wanderer, ob mit Fahrrad oder zu Fuß, sehr gelegen kommt.

Durch die begrenzte Fläche innerhalb der Schutzmauern und des Überflutungsgebiets außerhalb der Tore haben die Schänzer keine Möglichkeit, ihre Ortschaft zu vergrößern. Das führt besonders bei der jüngeren Generation immer wieder zu Problemen. Trotz oder gerade wegen der wenigen Bewohner gibt es auf der Schanz zahlreiche Vereine. Neben der Freiwilligen Feuerwehr, dem Marine-Spielmannszug, dem Schützenverein "von Schenk" und dem FC Vorwärts Schenkenschanz/Düffelward sind viele Bürger auch im Heimatverein aktiv.

Die Schänzer sind ein "Völkchen", das zu feiern versteht. Sie veranstalten nicht nur das schon traditionelle Weinfest, sondern auch ein Schützenfest, ein Dorffest, die Kirmes, das Osterfeuer sowie einen Martinszug. Es gibt immer wieder neue Ideen und Aktivitäten, die gefeiert werden.

Besonders an den Wochenenden wird die Schanz von vielen Ausflüglern besucht. Auch im Winter, wenn die sibirischen Wildgänse hier überwinter und zu Tausenden auf den Wiesen um die Schanz herum Nahrung suchen, loht sich ein Besuch. Ob mit dem Rad, mit dem Motorrad, mit dem Auto, ob per Inliner oder zu Fuß, die Halbinsel hat während des ganzen Jahres ihren besondere Reiz. Die Schanz ist auch Schauplatz und Titel für den zehnten Krimi des niederrheinischen "Trio Criminale". Eine Leiche bringt das Leben des sonst so beschaulichen Ortes arg durcheinander. Das Klever Kriminalkommissariat K11 hat bei seinen Ermittlungen alle Hände voll zu tun, den "Schänzer Schutzwall" zu knacken.

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