Besonderes Kammermusikprojekt des Ensemble Musikfabrik

Schuberts schöne Müllerin taucht in die Tiefe der Zeit Traditionell entwerfen die versierten Instrumentalisten des „Ensemble Musikfabrik“ eigene…

Schuberts schöne Müllerin taucht in die Tiefe der Zeit

Traditionell entwerfen die versierten Instrumentalisten des „Ensemble Musikfabrik“ eigene Kammermusikprojekte. „In die Tiefe der Zeit“ tauchen vier Musiker und ein Sprecher beim Konzert der „Besonderen Reihe“ am Sonntag, 19. Februar, 18 Uhr, in der Kleinen Kirche an der Böllenstege. Dabei steht Schuberts „Schöne Müllerin“ in einer Version für Viola und Akkordeon mit Gedichtrezitationen aus dem Liederzyklus in einem neuen Kontext mit zeitgenössischen Werken. Auch die Kompositionen von Klaus Huber, Georges Aphergis und Toshio Hosokawa setzen sich mit der Natur und dem Menschen auf Wanderschaft auseinander.

Akkordeonistin Margit KernDer Bratscher Axel Porath hat das Programm konzipiert. Zusammen mit der Akkordeonistin Margit Kern, die Schuberts Lieder für Viola und  Akkordeon bearbeitet hat, zieht er Schuberts Musik als romantisch-visionären Faden durch das intensive Konzertprogramm. Müllers Gedichte, die Schubert in seinem berühmten Liedzyklus vertonte, werden vom Schauspieler und Sprecher Bernt Hahn verlesen. Zeitgenössische Reflexionen zur Natur als Sinnbild für Seelenzustände bieten im Wechsel damit „Winter Seeds“ („Wintersamen“) von Klaus Huber für Streichtrio und Akkordeon, Georges Aperghis‘ „Faux Mouvement“ für Streichtrio und schließlich die titelgebende Komposition „In die Tiefe der Zeit“ von Toshio Hosokawa. Der Japaner komponiert nach eigenen Worten wie ein Gärtner und in Korrespondenz mit der Natur, stellt hier in der Viola und dem Akkordeon das männliche und das weibliche Prinzip gegeneinander – wie auch Schubert von unglücklicher Liebe erzählt, vom Werden und Vergehen von Mensch und Natur. Hosokawa sieht – wie die Romantiker auch  - jeden Klang als Landschaft mit Farben und Schattierungen. Seine Einladung an den Hörer lautet: „Nehmen Sie sich Zeit, die Kraft von Stille und Energie in dieser Musik auf sich wirken zu lassen!“ Mit von der Partie im Konzert sind die Geigerin Hannah Weirich und der Cellist Dirk Wietheger mit seinem kostbaren Testore-Violoncello (Mailand, Anfang 18. Jahrhundert).

Das Konzert wird – zusammen mit Workshops der Musiker in Klever Schulen und an der Hochschule Rhein-Waal – vom Kultursekretariat NRW gefördert.

Konzertkarten (12 €/ 6 €) gibt es beim Fachbereich Kultur (Tel. 02821-84254) und im Bürgerbüro der Stadt Kleve (Tel. 02821-84600) sowie an der Konzertkasse ab 17.30 Uhr.