In Auroras Jahreszeiten weht frischer Barockwind durch den Konzertsaal

Außergewöhnlich, aufregend, nicht kategorisierbar – so schrieb die Presse jüngst über das junge Barockensemble PRISMA. Es vereint vier internationale…

Außergewöhnlich, aufregend, nicht kategorisierbar – so schrieb die Presse jüngst über das junge Barockensemble PRISMA. Es vereint vier internationale Musiker, die gemeinsam auf der Suche nach der affektvollen Schönheit der Musik des 17. Jahrhunderts sind. Für ihr aktuelles Konzertprogramm „Auroras Jahreszeiten“, das gerade auf CD gebrannt wurde, sind sie im Frühbarock reichlich fündig geworden.

Sie präsentieren es beim letzten Reihenkonzert in diesem Jahr am Dienstag, 4. Dezember, 20 Uhr, in der Klever Stadthalle. Darin stehen die griechischen Götter Pate, und es weht mit den vier Winden Zefiro, Boreas, Notos und Euros eine frische Barockbrise über das Konzertpodium!

 

Die vier Anemoi-Winde sind Kinder der Titanen Aurora, der Göttin der Morgenröte, und Astraios, dem Gott der Abenddämmerung, und tragen jeweils besondere Eigenschaften: Zefiro ist der sanfte Frühlingswind, Boreas die eisige Winterluft, Notos bringt die Sommergewitter und Euros die herbstlichen Regengüsse. Vier Jahreszeiten, vier Charaktere und mit Violine, Blockflöte, Laute und Gambe auch vier Instrumente vereint das Quartett PRISMA in diesem besonderen Konzertprogramm zur klanglichen Wiederentdeckung der Antike.

Franciska Anna Hajdu, Elisabeth Champollion, Alon Sariel und Dávid Budai gehen darin in vorangestellten Solo-Präludien auf ihrem Instrument zunächst in eine persönliche Beziehung zu ihrer Jahreszeit. Auf charakteristische Kompositionen von Uccellini, Bertali, Merula, Marini, Palestrina und Turini folgen als Abschluss jedes Windes die schönsten, ausdrucksvollsten Variationen berühmter Barocktänze, wie die Ciaccona oder die Tarantella.

PRISMA  kombiniert im Konzert technische Perfektion mit Tonschönheit und lebendiger Interpretationskunst, das Ensemble verzaubert mit vierfacher Musikalität und der unbändigen Freude an der Musik. Die Blockflötistin Elisabeth Champollion studierte in Bremen und Lyon und ist Stipendiatin des Deutschen Musikrats, die Ungarin Franciska Anna Hajdu studierte Barockvioline ebenfalls in Bremen und ist auch Mitglied des Ensembles L’Arpeggiata. Lautenist Aron Sariel wurde in Jerusalem, Brüssel und Hannover ausgebildet und spielt im West-Eastern Divan Orchestra unter Daniel Baremboim. Der Gambist Dávid Budai, geb. in Budapest, studierte in Leipzig und Bremen bei Hille Perl und ist als Kammermusiker und Solist besonders an historischer Improvisation interessiert. Das Ensemble ist mit hochrangigen Preisen ausgezeichnet und Teilnehmer des europäischen Förderprogramms des Centre Culturel d’Ambronay. PRISMA erzählt Geschichten in der Unterhaltung der Instrumente, versteht den Notentext als ein Schauspiel-Skript und gab zuletzt Konzerte für den Westdeutschen Rundfunk, in Wien, Riga, Bukarest und Pavia.

Um 19 Uhr (s.t.) gibt Andreas Daams die Konzerteinführung „Das dritte Ohr“ im Gespräch mit Elisabeth Champollion. Konzertkarten (18 €/Schüler und Studenten: 9 €): www.kleve.reservix.de, Rathaus-Info (Tel. 0049-2821-84600) und Fachbereich Kultur der Stadt Kleve (Tel. 0049-2821-84254), sowie an der Abendkasse. Einlass: „kurz vor 19 Uhr“.