Jüdische Kulturtage Rhein-Ruhr 2019

Am 28. März 2019 startet das Kunst- und Kulturfestival Jüdische Kulturtage Rhein-Ruhr 2019. Das Thema: Zuhause - Jüdisch. Heute. Hier.…

Am 28. März 2019 startet das Kunst- und Kulturfestival Jüdische Kulturtage Rhein-Ruhr 2019. Das Thema: Zuhause - Jüdisch. Heute. Hier. Ministerpräsident Armin Laschet nimmt als Schirmherr an der feierlichen Eröffnung in Düsseldorf teil. Bis zum 14. April folgen mehr als 200 Veranstaltungen mit Werken jüdischer und nicht-jüdischer Maler, Komponisten und Autoren im Rheinland, Ruhrgebiet und Bergischen Land. Allen gemeinsam ist: Sie leben oder lebten in NRW oder haben einen besonderen Bezug zu diesem Land. Neue Impulse und Ideen hervorbringen, vorhandene Denkmuster aufbrechen - all das können und sollen die explizit jüdischen Perspektiven auf die Kultur der Region anstoßen. Sie ergänzen den Gesamtblick auf die Vielfalt unserer Kultur und deren Wurzeln, die weit in die deutsch-jüdische Geschichte Europas hineinreichen.

Logo jüdische KulturtageDas Kleverland ist eine von 15 Städteregionen, die gemeinsam mit dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein K.d.ö.R. ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt haben. Klever Besonderheit: Es ist die einzige teilnehmende Region ohne eigene jüdische Gemeinde. Präsentiert wird die große Bandbreite der Gegenwartskunst und -kultur in den Sparten Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik, Tanz/Theater sowie Begegnungungsprojekte.

Verbindendes Element ist der starke Gegenwartsbezug. Dr. Oded Horowitz, Vorstandsvorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein, betont das neue Selbstverständnis des Festivals, das künftig in zweijährigem statt bisher vierjährigem Turnus laufen wird: „Ganz bewusst spricht das Programm auch ein jüngeres Publikum an. Nordrhein-Westfalen ist ihr Zuhause und das wollen die Festivalmacher gemeinsam mit ihnen gestalten, einrichten und - hoffentlich - nicht mehr verlassen."

Der Start für die Jüdischen Kulturtage im Kleverland ist am Samstag, 30. März, um 20 Uhr in der Maria-Magdalena Kirche in Goch mit der Konzert "Schalom - Kirche trifft Synagoge". Angelehnt in die Traditionen der christlichen Orgelmusik und der jüdischen Liturgie musizieren Fredrik Albertsson an der Orgel und Semjon Kalinowsky mit der Bratsche, unterstützt vom Pfarrcäcilienchor unter Leitung von Wolfgang Nowak.

"Mischpoke!" nennt die Berliner Autorin Marcia Zuckermann ihre wahrhaft turbulente Familiensaga, die vom Vorkriegs-Westpreußen ins Berlin der 20er und 30er Jahre führt. Sie liest am Mittwoch, 3. April um 20 Uhr und am Donnerstag, 4. April um 10 Uhr in der Stadthalle Kleve. "Was heißt jüdisch sein heute?" fragt der Internationale Sonntagssalon im B.C. Koekkoek-Haus am 7. April um 11.30 Uhr. Weitere prononcierte, teils provozierende Antworten auf dieselbe Frage liefert Michael Rubinstein in seinem angekündigten Buch "Ohne Mit und Aber". Als "Berufsjude" gewährt er am 10. April um 18 Uhr im VHS-Haus einen sehr persönlichen Einblick in das jüdische Leben zwischen Alltag und Antisemitismus.

„Ojojoj" ist wohl eines der wichtigsten jiddischen Wörter, im Leben wie in der Musik. Nur ein Abend, aber doch ein richtiges kleines Festival, eben ein Ojojoj-Festival, das verspricht das Konzert am 12. April ab 19 Uhr in der Kleinen Kirche an der Böllenstege. Der Nimweger Weltmusikchor Hatikwa, das Ensemble Klezmore, die Sängerin Kaliana Rahel Asare und das Mifgash Quartett, dazu Ron Manheim als Conferencier lassen den großen Reichtum an Stilen und Farben in den jüdischen Musiktraditionen aufscheinen. Als Finale zeigen die Tichelparkkinos am 14. April um 12 und 17 Uhr den Film "Wir sind Juden aus Breslau", in dem 14 zum Teil berühmte Zeitzeugen von damals und heute erzählen. "Der Film nimmt einen gefangen", schrieb ein Kritiker.

Das gleiche erhoffen sich die 11 Klever Veranstalter von "ihren" Jüdischen Kulturtagen. Die Reihe wird vor Ort getragen von der VHS Kleve - Wilhelm Frede, Kirchengemeinde St. Arnold Janssen Goch, Ev. Kirchengemeinde und Kirchenkreis Kleve, Verein Haus Mifgash, Freiherr-vom Stein-Gymnasium, Joseph-Beuys-Gesamtschule und Gesamtschule am Forstgarten, Museum B.C. Koekkoek-Haus, Buchhandlung Hintzen und den Tichelpark Kinos.

Zum Gesamtprogramm erscheint ein 112 Seiten starkes Buch sowie eine 8-seitige Broschüre speziell für das Kleverland. Mehr Infos Online auf www.juedische-kulturtage.de und auf der Internet- und Facebookseite der VHS Kleve.

Das Festival wird öffentlich gefördert, u.a. von der NRW-Staatskanzlei, vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration dem Kultur- und Wissenschaftsministerium Ministerium, der Landeshauptstadt Düsseldorf , dem Landschaftsverband Rheinland und dem NRW KULTURsekretariat. Zahlreiche Sponsoren unterstreichen mit ihrem Beitrag die Bedeutung des Festivals für die gesellschaftliche Entwicklung in Nordrhein-Westfalen.

 

Veranstaltungsübersicht Kleverland

Sonntag, 30.3., 20 Uhr
Kirche St. Maria Magdalena Goch
Shalom -Kirche trifft Synagoge
Konzert mit Semjon Kalinowsky, Bratsche (Lübeck) ; Fredrik Albertsson, Orgel
(Landskrona, Schweden); Pfarrcäcilienchor St. Arnold-Janssen, Leitung Wolfgang Nowak

Mittwoch, 3.4., 20 Uhr und
Donnerstag, 4.4., 10 Uhr

Stadthalle Kleve
Marcia Zuckermann liest: Mischpoke! Ein Familienroman

Sonntag, 7.4., 11.30 Uhr
Museum B.C. Koekkoek-Haus
Internationaler Sonntagssalon: Was heißt jüdisch sein heute?
GastgeberInnen: Christine T. Gabriel, Ron Manheim

Mittwoch, 10.4., 18 Uhr
VHS-Haus, Hagsche Poort 22
Ohne Mit und Aber. Jüdisch sein im heutigen Deutschland.
Lesung und Diskussion mit Michael Rubinstein

Freitag, 12.4., 19 Uhr
Kleine Kirche Böllenstege
Ojojoj-Festival: Jüdische Musik hier und heute
mit: Weltmusikchor Hatikwa , Kaliana Rahel Asare, Mifgash-Quartett, Klezmore, Ron
Manheim

Sonntag, 14.4., 12 Uhr und 17 Uhr
Klever Tichelpark Kinos
Wir sind Juden aus Breslau, Dokumentarfilm D 2016