Musikalische Grenzgänge am Flügel mit Alphorn

Musikalische und geographische Grenzgänge eines russisch-ukraninischen Duos beenden die Besondere Reihe dieser Saison am Sonntag, 26. März, 18 Uhr,…

Musikalische und geographische Grenzgänge eines russisch-ukraninischen Duos beenden die Besondere Reihe dieser Saison am Sonntag, 26. März, 18 Uhr, im Museum Kurhaus. Dabei ist die Freiheit Thema und Voraussetzung dieser Musik: der russische Alp-, Wald- und Flügelhornist Arkady Shilkloper wandert virtuos zwischen Klassik, Jazz und Volksmusik – und hat in dem ukrainischen Pianisten Neselovskyi einen Gleichgesinnten Duo-Partner gefunden.

Ihre Kompositionen umspielen den Frühling, assoziieren alpine Panoramen, verschneite Landschaften und russisches Klangkolorit. Fernab einer bildhaften Programmmusik wandern der Hornist und der Pianist durch Kontinente und Kulturen und erspüren dabei die universale Kraft der Musik. Arkady Shilkloper studierte am Moskauer Gnessin-Institut und spielte im Orchester des Bolschoi-Theaters, spielte zeitgleich auch Jazz im Moscow Art Trio, mit Rabih Abou-Khalil und Lionel Hampton. Er bewegt sich zwischen europäischen Jazzfestivals und der Uraufführung eines  Concerto für Alphorn und Orchester von Daniel Schnyder.

Der Pianist Vadim Neselovskyi war 15-jährig jüngster Student am Konsevatorium in Odessa, kam als 17jähriger nach Deutschland und studierte dann in den USA am renommierten Berklee College of Music und am Thelonius Monk Institute New Orleans. Konzerttourneen unternahm er u.a. mit Herbie Hancock und Dee Dee Bridgewater und lehrt nun selbst Jazz-Piano am Berklee College.

Flügelhornist Shilkloper, Pianist NeselovskyiIn der Musik dieses ungewöhnlichen Duos ist Weite zu spüren, ein tiefes Luftholen und die Lust an kühnen Klangexkursionen. Beide Musiker sind Weltenbummler und doch fest verwurzelt in ihrer heimatlichen Folklore, eng mit der Klassik vertraut und erfahren in der Improvisation, alle Grenzen hinter sich lassend. Mit Jagd- und Alphorn und am Flügel verschmelzen sie eine Chopin-Mazurka mit Cool Jazz und Blues, einen moldawischen 7/8tel-Tanz mit Take Five.

Die Stücke des gemeinsamen Albums “KRAI KPAЙ” (russ./ukrainisch  “Hinterland, Grenze, Ufer, Rand”) waren bereits geschrieben, als es zur Krise in der Ukraine kam. Im Konzert wirkt die gemeinsame Musik aus eigener Feder zeitlos, und doch hat sie noch immer einen ungewollten, aktuellen Bezug. “Im grenzenlosen Flug der Phantasie zeichnen die beiden an einen bedeckten Himmel leuchtende Klänge der Hoffnung und Freiheit”, heißt es in der CD-Rezension von Bert Noglik. Und Neselovskyi resümmiert: “Die Musiker können es besser miteinander als die Politiker.”

Das Konzert wird vom Kultursekretariat NRW gefördert. Am Tag nach dem Konzert besucht das Duo die Musikklassen der Karl Kisters Realschule Kellen im Rahmen von „Rhapsody in School“.

Konzertkarten (12 €/ 6 €) gibt es beim Fachbereich Kultur (Tel. 0049-2821-84254), im Bürgerbüro der Stadt Kleve (Tel. 0049-2821-84600) und im Museum Kurhaus (Tel. 0049-2821-7501-10). Einlass ab 17.30 Uhr.