Pianistischer Soundtrack zum Frühling

Fabian Müller macht eher den Eindruck, als sei er gerade mit dem Skateboard um die Ecke gekommen. Dabei ist er ein Pianistentalent, das beim…

Fabian Müller macht eher den Eindruck, als sei er gerade mit dem Skateboard um die Ecke gekommen. Dabei ist er ein Pianistentalent, das beim ARD-Musikwettbewerb gleich fünf Preise abgeräumt hat, auch den Publikumspreis. Seither führt ihn seine Karriere in die internationalen Konzerthäuser zwischen New Yorker Carnegie Hall und Hamburger Elbphilharmonie. Beim 6. Reihenkonzert am Dienstag, 19. März, 20 Uhr gastiert er in der Klever Stadthalle, unweit seiner Bonner Heimatstadt, mit Werken von Ravel, Messiaen, Bartók, Brahms und Beethoven.

Porträt Fabian MüllerDer Frühling kommt – und Fabian Müller legt in seinem Klavier-Recital „Im Freien“ den Soundtrack dazu vor. Mit komponierten Naturklängen, Säuseln des Windes, Meeresrauschen und vertonten Vogelstimmen führt Fabian Müller durch das Tonartengestrüpp dieses Frühlingskonzertes, flirrend, lebendig, meditativ und voller musikalischem Impressionismus. Ravel spielt mit melancholischen Vogelrufen , Bartók imitiert „Im Freien“ eine ungarische Rotbauchunke und Messiaen schickt im „Vogelkatalog“ die Kurzzehenlerche über die Klaviertasten. Auf die Naturmusiken folgt üppige Klangfarbenmalerei in den Intermezzi von Brahms, von dem Müller sagt, er sei der erste Komponist, den er geliebt habe und mit ein Grund, warum er Pianist geworden sei. Das Konzert schließt mit Beethovens grandioser „Appassionata“, die zwischen Idylle und Sturm den Rahmen klassischen Ausdrucks kraftvoll sprengt wie ein frühlingshafter Ausbruch der Natur.

Fabelhafte Technik, Gespür für Transparenz und Liebe zum Detail werden Fabian Müller zugeschrieben, der in Bonn im Viertel der Musikerstraßen und zwischen Beethovens Geburts- und Schuberts Sterbehaus aufwuchs. Der Schüler von Pierre-Laurent Aimard und Tamara Stefanovich studierte schon mit 15 Jahren an der Kölner Musikhochschule.

 „Sein Spiel beeindruckt durch gefühlvolle und ausgefeilte Instrumentbeherrschung und texttreue, tiefsinnige und ehrliche Hingabe an die Musik“ beschreibt Pavel Gililov die Tastenkunst des Pianisten, der eine eigene Konzertreihe leitet, Stammgast beim Klavierfestival Ruhr ist und hier auch im Education-Programm mitwirkt. Vor seinem bahnbrechenden Wettbewerbserfolg war Fabian Müller bereits beim Ferruccio Busoni Klavierwettbewerb und beim Wettbewerb „Ton und Erklärung“ für Interpretation und  Moderation ausgezeichnet worden. „Ich moderiere etwas im ersten Teil, die zweite Konzerthälfte spiele ich dann durch“, kündigt Fabian Müller für das Klever Solokonzert an.

Um 19 Uhr (s.t.) gibt Andreas Daams die Konzerteinführung „Das dritte Ohr“ im Gespräch mit Fabian Müller. Konzertkarten (18 €/Schüler und Studenten: 9 €): bei reservix.de, allen Reservix-VVK-Stellen oder an der Rathaus-Info (Tel. 02821-84600). Einlass: „kurz vor 19 Uhr“.