Weitere Hörstelle zur Liberation Route NRW enthüllt

Staatssekretär Dr. Jan Heinisch enthüllt weitere Hörstelle zur Liberation Route NRW Mit der Idee der Liberation Route Europe und dem Liberation Route…

Staatssekretär Dr. Jan Heinisch enthüllt weitere Hörstelle zur Liberation Route NRW

Enthüllung HörstelleMit der Idee der Liberation Route Europe und dem Liberation Route NRW e.V. als dessen deutschem Projektpartner wird die Erinnerung an die Befreiung gestärkt und eine Lücke in unserer Erinnerungskultur geschlossen.

Vom September 1944 bis zum März 1945 wurde die Fläche des heutigen Bundeslandes NRW von den West-Alliierten befreit.

Dennoch waren es genau diese Alliierten, vor allem amerikanische und britische Soldaten, die ihr Leben verloren, auch um Deutschland vom Nazi-Regime zu befreien.

Mit großem Engagement des Heimatverein Reichswalde e.V., der Liberation Route NRW e.V. und der Stadt Kleve sowie der Förderung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung kann nun der 4. Hörstein in Kleve enthüllt werden, der davon erzählt. Eine Hörstelle steht an einem Ort, an dem am Ende des 2. Weltkrieges ein besonderes und erzählenswertes Ereignis stattgefunden hat.

Sie berichtet von Ronald Balfour der als „Specialist Officer“ der Ersten Kanadischen Armee zugeteilt war und der Front durch Nordfrankreich, Belgien und die Niederlande folgte, ehe er im Zuge der am 8. Februar 1945 gestarteten „Operation Veritable“ an den Niederrhein kommt. Am 11. Februar wird Kleve und am 20. Februar Goch befreit.

Sofort ist Balfour zur Stelle, um historisch wertvolle Bauwerke, Kunstobjekte und Dokumente vor Zerstörung und Plünderung zu bewahren. Es gelingt ihm, in der durch Bomben völlig zerstörten Klever Stiftskirche Fragmente zweier großer Schnitzaltäre aus dem 16. Jahrhundert zu bergen und in Sicherheit zu bringen.

In Goch findet er das Stadtarchiv in einem zerstörten, zur Straße hin offenen und bereits teilweise geplünderten Gebäude vor. Er sammelt die Archivalien und bringt sie nach Kleve. Hier hat er im Kapuzinerkloster im Spyck sein Hauptquartier eingerichtet.

In Kalkar findet er die städtischen Archivalien in halbwegs gesicherten Räumen, so dass er sich damit begnügt, an den Türen Anschläge anzubringen, die darauf hinwiesen, dass sich dort historisch wertvolles Gut befindet. Genauso verfährt er mit dem Pfarrarchiv in Kranenburg.

Ein großes Verdienst Balfours ist die Rettung des Gocher Steintors, eines monumentalen Tors der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Welches Chaos damals im kriegszerstörten Kleve herrschte, verdeutlicht die Tatsache, dass der Todestag und die genauen Umstände des Todes von Ronald Balfour nicht bekannt sind.

Sein Grabstein auf dem englischen Ehrenfriedhof im Reichswald weist als Todestag den 10. März aus. In der kurzen Zeit, in der Balfour von der MFAA eingesetzt wurde, konnte er zahlreiche Kulturgüter vor der Zerstörung bewahren.

Kleve und Goch sind ihm sehr dankbar und ehren ihn unter anderem mit einem Straßennamen und der Hörstelle gegenüber dem Ehrenfriedhof.

Besucher finden auf dem Parkplatz gegenüber dem Ehrenfriedhof einen Stein mit kurzen Informationen. Über einen QR-Code wird die Geschichte erzählt und man erhält Hinweise auf Besuchsorte und weitere Hörstellen.