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„Diese Krise kann als Chance genutzt werden“

Datum der Meldung: 29.05.2020

Logo Integriertes HandlungskonzeptDie Klever Innenstadt nach dem Lockdown: Noch besuchen weniger Einheimische und Touristen die City, doch die Gewerbetreibenden hoffen, dass sich das bald ändert. Daher stehen den Einzelhändlern und vor allem den Gastronomen weiterhin schwere Zeiten bevor. Bürgermeisterin Sonja Northing und Wirtschaftsförderer Dr. Joachim Rasch erklären im Interview, wie sie die aktuelle Situation bewerten, wie die Händler von der Stadt Kleve und der Wirtschaftsförderung unterstützt werden und welche langfristigen Folgen sie erwarten.

Die Geschäfte sind seit einigen Wochen unter Auflagen wieder geöffnet, auch die Gastronomen dürfen wieder Gäste empfangen. Wie beurteilen Sie die Entscheidung der Behörden?

Bürgermeisterin Sonja Northing und Dr. Joachim RaschSonja Northing: Vor dem Hintergrund der Auflagen zur Eindämmung der Epidemie sind wir sehr froh, dass die Geschäfte und Gastrobetriebe in Kleve wieder öffnen durften. Die Öffnung der Geschäfte begrüße ich sehr und gehe davon aus, dass die einzuhaltenden Sicherheits- und Hygienevorschriften in den Geschäften dazu beitragen werden, dass das Ausbreiten des Virus weiter eingedämmt werden kann. Wenn sich Kunden sowie Gewerbetreibende an die Vorschriften halten, wird es hoffentlich gelingen, dass die auch noch bestehenden Einschränkungen und Vorschriften weiter zurückgefahren werden können und somit wieder der ursprüngliche Normalzustand eintreten wird. Sollten die Beschränkungen jedoch wieder ausgeweitet werden oder sogar wieder Schließungen vorgeschrieben werden, würde dies sicher viele Betriebe und Geschäfte – nicht nur in Kleve – in ihrer Existenz bedrohen.

Was bedeuten die Entscheidungen für die Klever Einzelhändler und Gastronomen?

Sonja Northing: Die Entscheidungen zur Lockerung der Einschränkungen bedeuten zunächst einmal Erleichterung und Aufatmen. Die Geschäfte und Gastronomiebetriebe dürfen – unter Sicherheits- und Hygienevorschriften – wieder öffnen. Die Einzelhändler freuen sich über wieder getätigte Umsätze – berichten aber auch über Kaufzurückhaltung und nur eher verhaltene Konsumbereitschaft. Dies liegt sehr wahrscheinlich daran, dass einige Kunden um ihren Arbeitsplatz fürchten und insofern abwarten müssen, wie sich die Situation allgemein aber auch individuell weiterentwickelt.

Wie haben die Gewerbetreibenden auf die Lockerung der Maßnahmen reagiert?

Dr. Joachim Rasch: Selbstverständlich durchweg sehr positiv! Alle waren sehr froh und erleichtert darüber, dass die Beschränkungen gelockert wurden und nunmehr wieder Geschäfte mit „unseren“ Klever Kunden getätigt werden können. Viele Betriebe berichten, dass sie die während der Schließung der Geschäfte gemachten Erfahrungen im Bereich von Online- und Bestell-Diensten nun weiter nutzen möchten und diese neue Vertriebswege ausbauen werden.

Wie werden sie von der Stadt Kleve und der Wirtschaftsförderung unterstützt?

Dr. Joachim Rasch: Die WTM hat viele Aktionen durchgeführt: Zu Beginn der Pandemie wurde ein Film für Social Media erstellt mit Informationen sowie der der Bitte/Aufforderung an den Kunden, den lokalen Handel auch in dieser Zeit zu unterstützen. In Kooperation mit dem Citymanagement Innenstadt Kleve wurde eine Abfrage bei den Einzelhändlern und Gastronomen gestartet, um die angebotenen Services (Lieferung, Abholung, Beratung, etc.) während des Shutdowns zu erfragen. Diese wurden dann gesammelt auf der Internetseite www.innenstadt-kleve.de den Kunden zur Verfügung gestellt. Da sich nach der Lockerung bei vielen Einzelhändlern neue Öffnungszeiten ergeben haben, wurden die Zeiten ebenfalls abgefragt und auf der Internetseite veröffentlicht. Die Arbeit der Teams Marketing, Veranstaltungen, Aufenthaltsqualität und der Lenkungsgruppe „Gemeinsam handeln“ wird aktuell wieder aufgenommen und gemeinsam werden mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Ideen für die kommende Zeit diskutieren, um u. a. den Kunden das Einkaufen und den Aufenthalt in der Stadt Kleve trotz Corona-Auflagen so angenehm wie möglich zu gestalten.

Was kann das Integrierte Handlungskonzept zur wirtschaftlichen Erholung der Innenstadt beitragen?

Dr. Joachim Rasch: Das Integrierte Handlungskonzept vermag gerade in dieser Krisenzeit signifikant dazu beitragen, dass sich die Händler in der Klever Innenstadt wieder stärker zusammenschließen, Erfahrungen und Informationen austauschen und sich vernetzen. Vielleicht kann die Krise somit auch als Chance genutzt werden, dass sich in Kleve wieder eine starke Händlervereinigung bildet, die eine positive Weiterentwicklung der Klever City als Einkaufsstadt mit vorantreibt.  

Welche mittel- und langfristigen Folgen erwarten Sie – gerade für den stationären Einzelhandel?

Dr. Joachim Rasch: Die wochenlange Schließung der Geschäfte und des Handels hat viele Unternehmen schwer getroffen. Das Bereitstellen von öffentlichen Förderungen hat in dieser schwierigen Zeit sicher dazu beitragen können, dass die Betriebe diese Zeit überstehen könnten. Dennoch können wir nicht abschätzen, wie stark der wirtschaftliche Schaden für die einzelnen Betriebe ist bzw. insgesamt im Jahre 2020 ausfallen wird. Insofern können wir nur hoffen, dass die Krise bald insgesamt überwunden sein wird und sich die Unternehmen wieder erholen können.

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