Inhalt

Grußwort der Bürgermeisterin zum Jahreswechsel 2017/2018

Datum der Meldung: 18.12.2017

Bürgermeisterin Sonja NorthingLiebe Bürgerinnen und Bürger,

ein besonderes Jubiläumsjahr neigt sich dem Ende zu. Weihnachten und der Jahreswechsel stehen vor der Tür. Wir freuen uns auf ein paar freie und geruhsame Tage, die wir mit der Familie und mit Freunden verbringen können. Zum Jahresausklang können wir innehalten und noch einmal auf die vergangenen 12 Monate zurückzublicken.

Bereits zum vorletzten Jahreswechsel hab ich mir gewünscht, dass die Ängste, hervorgerufen durch einen rasanten gesamtgesellschaftlichen Umbruch, genommen werden können. Ich habe mir gewünscht, dass wir den gesellschaftlichen Wandel als Chance sehen können, um zu zeigen, wer wir sind und wofür wir eintreten, unser Bestes zu geben und gemeinsam mutig zu sein. Zum letzten Jahreswechsel habe ich festgestellt, dass die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sich nicht von der Angst haben leiten lassen. Sie haben Verantwortung übernommen, sich engagiert und sich im gegenseitigen Respekt füreinander eingesetzt. Mein Wunsch hat sich erfüllt.

Ein Vorsatz für 2017 war es, eine neue Facette von Kleve kennen zu lernen und auf den Einsatz, die Leistungsfähigkeit, den Ideenreichtum und den Zusammenhalt in Kleve bauen zu können.

In diesem Jahr hat sich gezeigt, dass ich mir für Kleve keine Sorgen über Ängste zu Umbrüchen machen muss. Denn das gesellschaftliche Miteinander in Kleve ist für Sie, für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt selbstverständlich. Wenn mich jemand fragt, ob es etwas gibt, worauf ich stolz bin, dann sage ich: Ja. Kleve ist ein Vorbild für die ganze Welt. Ein mittelgroßer, bunter, friedvoller Kosmos.

Dies wird mir vor allem auch in Bezug auf unser Jubiläumsjahr bewusst. Über das ganze Jahr haben wir zusammen den 775. Geburtstag unserer Stadt Kleve gefeiert. Eine Geburtstagsfeier, die von Kleverinnen und Klevern für Kleverinnen und Klever und ihre Gäste und Freunde organisiert wurde. Ein Jahr voller Geburtstagsgeschenke.

Ich erinnere mich an die Musiker, die mit einem Turmblasen von unserer Schwanenburg das Jubiläumsjahr würdevoll eingeläutet haben. Höhepunkt war die Festveranstaltung am Samstag, 29. April 2017 und Sonntag, 30. April 2017. Sie haben mit Ihren Gruppen und Bands ein buntes Bühnenprogramm aus Comedy, Musik und Tanz gezaubert. Sie haben gesungen, brachten uns zum Lachen und verbreiteten Freude. Die Body Percussion der Konga Quings  und die Tänze der Maria-Reymer-Gruppe sind Beispiele für die bunte Palette der Geburtstagsgeschenke, die Kleve von Ihnen erhalten hat.  Das große Street Food Festival an der Hochschule Rhein-Waal – ein kulinarisches Geschmacksgeschenk verschiedener Nationalgerichte,  an einem Ort in Kleve.

Wir erhielten Geschenke wie die facettenreiche Werke der „Carmina Burana“ vom Chor der Klever Stimmen oder das Musical „Subway“ der Family Singers aus Pfalzdorf. Geschenke, in Form von Theaterstücken wie „Sternenstunden und Schwanengesänge“, die für das Jubiläum produziert und von den Schauspielerinnen und Schauspielern des Theater im Fluss aufgeführt wurden. Zu Recht ist dieser Verein in diesem Jahr mit dem Johann-Moritz-Kulturpreis ausgezeichnet worden.

Ein ganzes Jahr Kultur! Ein starker gemeinsamer Auftritt der freien Kulturszene bei der ersten Kulturmeile. Sie hat uns 775 Schritte der Klever Stadtgeschichte in Form von Musik, Tanz, Kunst oder Theater geschenkt. Der Kulturraum Kleverland ist damit aus der Kulturszene nicht mehr wegzudenken.

Sogar der WDR schenkte uns „1 Tag live“ mit einem großen Programm in der Innenstadt und war begeistert vom tollen Publikum, der bunten Vielfalt von Menschen mit fröhlicher und guter Ausstrahlung. Mir persönlich hat es ein Date mit der Maus eingebracht. Völlig überrascht von mir selbst, war ich außer mir vor Freude. Eine Bürgermeisterin im Glück.

Geschenke gab es auch von Klever Persönlichkeiten, die ihre eigenen (Turm-)Schätzchen im Rahmen einer Benefizaktion verlosten. Die Erlöse wurden an die Klosterpforte Kleve e.V., an die Arche e.V. in Goch und an das Café Konkret in Uedem gespendet.

Geistliche Geschenke waren zum Beispiel die ökumenische Open-Air Gottesdienste im Forstgarten mit dem Thema Mut zur Brücke oder beim Meilerfest in Reichswalde (inklusive Taufe).

Ein großes Kunstwerk haben wir erst in der letzten Woche geschenkt bekommen: Kleve als Stadtmodell in Bronze. Dieses anspruchsvolle Abbild des erweiterten Bereichs des Stadtkerns in einer Größe von ca. 1,15 m x 1,80 m lässt Kleve ertasten, entdecken und verstehen. Ein Geschenk aus einer Initiative von Bürgern für Bürger.

Dieses Jubiläum wurde so gefeiert, dass Kleves Herz fühlbar, erlebbar und sichtbar wurde: als Fest der Gemeinschaft von Jungen und Älteren, von hier Geborenen und Zugezogenen, von Deutschen und Nicht-Deutschen, als sichtbares Zeichen, dass mehr als 50.000 Menschen, Landschaft und Geschichte etwas ganz besonderes hervorbringen können. Dafür danke ich allen, die an diesen Jubiläumsfeierlichkeiten mitgewirkt haben. Darauf dürfen wir stolz sein. Diese besondere Mischung von Aufgeschlossenheit und Zusammenhalt, wenn Sie so wollen, Kleve von A bis Z, macht diese Stadt einzigartig – und ich bin glücklich, ein Teil dessen zu sein. Ein Teil von Kleve. Mein und Ihr Kleve.

Kleve:

… ist die Heimat der Schwanenrittersage und hat eine sagenhafte Geschichte
…  hat die Schwanenburg, ein berühmtes Wahrzeichen, in der früher die Grafen residierten
… ist umgeben von einer fantastischen Natur- und Kulturlandschaft. Wir leben da, wo andere    Urlaub machen
… liegt am Rande der Republik und doch mitten in Europa. Unsere Nachbarn sind unsere Freunde
… hat berühmte Parkanlagen
… hat mit Anna von Cleve eine Königin hervorgebracht
… hat einen 600 Jahre alten Spoykanal
… war früher berühmt für elefanten-Kinderschuhe und Rama-Margarine
… hat zwei bemerkenswerte Museen, und vielleicht bald ein drittes
… ist seit diesem Jahr Fair Trade Town
… ist finanziell handlungsfähig
… ist eine Hochschulstadt
… ist eine freie Stadt und bekennt sich zu Europa
… ist lebendig und äußerst liebenswert
… ist meine Lieblingsstadt, mein Zuhause
… ist eine Stadt mit Menschen, die Teil des Gesamtkunstwerkes Kleve sind.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, 2017 – ein Jahr voller Jubiläen: 600 Jahre Erhebung der Grafschaft zum Herzogtum, 200 Jahre Schenkenschanz, 200 Jahre Freiherr-vom-Stein-Gymnasium, 125 Jahre Aussichtsturm, 20 Jahre Karl Kisters Realschule, 50 Jahre evangelische Versöhnungskirche, 40 Jahre Gesellschaft für internationale Begegnungen, 25 Jahre Städtepartnerschaft mit Fitchburg, 20 Jahre Museum Kurhaus, 30 Jahre Freundeskreis Museum Kurhaus  und Koekkoek-Haus Kleve e.V., 50 Jahre Caritasverband, 20 Jahre XOX-Theater, 25 Jahre Meilerfest und viele weitere Jubiläen von Vereinen, Kindergärten und Unternehmen, die gebührend gefeiert werden konnten.

Doch die Stadt Kleve hat nicht nur Jubiläum gefeiert, sondern auch das erste Mal in der Geschichte von Kleve ein eigenes, neues Rathaus bezogen. Ein Rathaus, das den heutigen Ansprüchen mit neuester Klimatechnik, Kommunikationsinfrastruktur und modernen Arbeitsplätzen vollkommen gerecht wird. Es ist gelungen, eine Anbindung an den denkmalgeschützten Teil der Kirche und das sanierte Brunnenhaus zu schaffen. Hier fühlen sich die Bürgerinnen und Bürger und natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohl, umgeben von frischen, hellen Farben, mit kleinen Besuchernischen, die ich persönlich stylisch ziemlich schön finde. Durch eine hervorragende Organisation und Vorbereitung konnte der Umzug problemlos abgewickelt werden. Zur feierlichen Einweihung des Rathauses fand eine Feierstunde mit einen anschließenden Tag der offenen Tür für Groß und Klein statt. Viele von Ihnen haben sich durch die neuen Räume führen lassen und waren sehr angetan. Die Stadtverwaltung bietet Ihnen, falls Interesse besteht, gerne weiterhin Rathausführungen an. Danke, dass Sie in Gesprächen erzählt haben, wie sehr Sie mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und deren Service zufrieden sind. Wir nehmen auch gerne mal Lob an. Danke!

Nicht nur das Rathaus, sondern auch die Joseph Beuys Gesamtschule an der Hoffmannallee konnte mit einer sehr schönen Feier eröffnet werden. Auch wenn es für die Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule einen steinigen Weg zu bestreiten gab, hat unsere Leidenschaft zu einem einstimmigen Ratsbeschluss geführt. Eine Schule auf Erfolgskurs mit einer guten Lehrerversorgung. Auch für die anderen Schulen konnten zusätzliche Personalstellen geschaffen werden. Die baulichen Maßnahmen aller Schulobjekte befinden sich im Finanz- und Zeitplan komplett im grünen Bereich. Auch unsere Sportstättenentwicklung schreitet voran. So konnte gegenüber der Gesamtschule in Rindern der erste Spatenstich für eine neue Sportanlage erfolgen und auch in der Oberstadt hat der erste Bauabschnitt für das Sportzentrum begonnen.

Mit zwei weiteren Verlegungen von insgesamt 37 Stolpersteinen hat Kleve die gelebte Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit dauerhaft eingeführt.

Genauso wichtig ist es, sich bei Ihnen als ehrenamtliche Helfer zu bedanken. Sie haben sich so wertvoll für die Integration der Flüchtlinge eingesetzt und ihre Kraft, Freizeit und Herz eingesetzt, um das zu leisten, was man mit Geld nicht kaufen kann. Ich hoffe, wir konnten durch unsere Dankesfeier einen Bruchteil Ihres Engagements honorieren. Für 2018 wünsche ich mir, dass das Ehrenamt als solches noch viel mehr Wertschätzung erfahren wird.

Kleve war 2017 auch wieder sportlich und zugleich für den Klimaschutz aktiv: beim Stadtradeln! Drei Wochen radelten 459 Kleverinnen und Klever, legten insgesamt 82.871 km mit dem Fahrrad zurück und vermieden dabei 11.768 kgCO2. Das sind Zahlen, auf die Sie stolz sein können. Passend dazu freue ich mich, dass mit dem ersten Spatenstich der Startschuss zum Bau der grenzüberschreitenden e-Rad Bahn Kleve - Nijmegen für den Teilabschnitt Kleve-Kranenburg gefallen ist.

Erschreckend war der Erdrutsch an der Kaskade, die uns auch 2018 beschäftigen wird, bei dem sich 400 m² Erdreich gelöst haben und in den Kermisdahl gespült wurden. Ich danke allen Helfern, die sofort im Einsatz waren, um die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Ich erinnere mich dabei an eine außergewöhnliche Hilfsaktion, die ein gutes Ende genommen hat: Die Feuerwehr Kleve rettete heldenhaft den Hund Paul aus dem Hang an der Kaskade.

Die gesamte Freiwillige Feuerwehr der Stadt Kleve kann auf ein ereignisreiches Jahr schauen. Teils unter Einsatz des eigenen Lebens rettet sie nicht nur Hab und Gut, sondern Menschenleben. Diese soziale und moralische Haltung verdient den größten Respekt. Für diese Arbeit sind gute Rahmenbedingungen erforderlich. Ich freue mich, dass die Löschzüge Kleve und Kellen sowie die Löschgruppe Warbeyen mit neuen Fahrzeugen ausgestattet werden konnten. In Düffelward haben wir zudem ein Richtfest am Feuerwehrgerätehaus gefeiert. Die Sorge der Anwesenden, dass ich beim Erklimmen des Gerüstes abstürzen würde und ebenfalls heldenhaft gerettet werden müsste, war allerdings völlig unbegründet.

Auch aus wirtschaftlicher Sicht kann ich Ihnen zusichern, dass es Kleve gut geht. Denn Kleve wächst. Offiziell sind wir nun 50.301 Teile von Kleve. Nachdem bereits  2016 ein Überschuss von 4,8 Mio. € erwirtschaftet werden konnte, werden es in diesem Jahr ca. 3 Mio. € sein. Damit sind wir wirtschaftlich handlungsfähig.

Liebe Kleverinnen und Klever, unsere Stadt lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger. Wir brauchen die Initiative, den Mut und die Tatkraft jedes Einzelnen, um gemeinsam Lösungen zu finden. Verschwenden wir keine Energie mit „Wie geht es nicht“, sondern mit „Wie kann es gehen“.

Herzlich bedanke ich mich bei Ihnen für alles und Ihre Liebe zu Kleve. Es ist mir eine Ehre Ihre Bürgermeisterin zu sein und mit Ihnen zusammen zum Wohle der Stadt zu leben.

Und nun freue ich mich auf Weihnachten und werde auch in diesem Jahr zu Heiligabend wieder die Klosterpforte besuchen. Zu Recht ist der Klosterpforte in diesem Jahr die Johanna-Sebus-Medaille verliehen worden. Sehen Sie es als Würdigung des selbstlosen Engagements, anderen Menschen in Notsituationen zu helfen, und das seit 35 Jahren. Danach sehe ich endlich meine Familie wieder. Ich freue mich so darauf, besonders auf Olivia.

Ich wünsche Ihnen allen, Ihren Familien und Freunden wundervolle, besinnliche und fröhliche Weihnachten und für das Jahr 2018 Gesundheit, Mut, Glück, Vertrauen, Liebe und Frieden. So wie das Jahr begonnen hat, so wird es auch enden. Sie sind herzlich eingeladen, unser Jubiläumsjahr am 31.12.2017 um 11.45 Uhr beim Turmblasen am Schwanenturm ausklingen zu lassen, mit mir. Danach feiere ich mit meinen Freunden Silvester. Partytime. Und in 2018 feiern wir einfach weiter, alle zusammen in unserem Kleve.

Liebe Grüße

Ihre
Sonja Northing

nach oben