Inhalt

Nachwuchs bei den Seidenreihern

Datum der Meldung: 28.05.2021

Schwer beschäftigt sind derzeit die Seidenreiher im Tiergarten Kleve: Die Brutsaison ist im vollen Gange und die ersten Küken sind bereits geschlüpft. Tiergartenleiter Martin Polotzek freut sich über den Zuchterfolg bei den grazilen Vögeln und erklärt: „Seidenreiher haben beim Nestbau eine strikte Aufgabenteilung: Das Männchen beschafft das Nistmaterial, während das Weibchen dieses ins Nest verbaut. Wenn das Nest fertig ist, legt das Weibchen drei bis fünf grün-blau gefärbte Eier, die wiederum von beiden Elternteilen bebrütet werden. Nach rund drei Wochen schlüpft dann der Nachwuchs, der die ersten 30 Tage ausschließlich im Nest verbringt." Anfang Mai sind die ersten Seidenreiherküken für dieses Jahr im Tiergarten geschlüpft. Mit der Zeit werden die Küken nun langsam mobiler und erkunden bald auch die Umgebung außerhalb des Nests. Polotzek: „Unsere Seidenreiherküken entwickeln sich prächtig! Es dauert nicht mehr lange, bis die Jungtiere die Äste rund ums Nest erkunden und die ersten Flugversuche unternehmen. Und dann sind sie auch für unsere BesucherInnen zu sehen." Doch bei diesen Küken bleibt es nicht: in zahlreichen weiteren Nestern befinden sich noch Eier, wo die Jungtiere jeden Tag schlüpfen könnten.

Stellvertretender Tiergartenleiter und Tierpfleger Dietmar Cornelissen hat mit der großen Seidenreiherkolonie im Tiergarten nun alle Hände voll zu tun: „Mit den vielen Jungtieren fressen mir unsere Seidenreiher derzeit sprichwörtlich die Haare vom Kopf! In der Wildbahn suchen diese Vögel vor allem im Uferbereich nach kleinen Fischen, Fröschen, Eidechsen und Würmern. Wir geben unseren Tieren derzeit zweimal täglich eine große Portion an Stinten und klein geschnittenen Eintagsküken, die wir noch mit einer speziellen Vitamin- und Mineralstoffmischung bestreuen. So sorgen wir dafür, dass es unseren Seidenreiher bei ihrer Jungenaufzucht an nichts fehlt."

Seidenreiher sind eine mittelgroße Reiherart, die mit Südeuropa, Afrika und Asien ein relativ großes Verbreitungsgebiet hat. Ihren Namen verdanken die Tiere ihrem Prachtkleid mit einem Schopf von feinen Schmuckfedern, weswegen sie im 19. Jahrhundert stark bejagt und nahezu ausgerottet wurden. Erst seit 1910 erholen sich die Bestände nun wieder, weswegen der Seidenreiher aktuell auf der Roten Liste als „nicht gefährdet" klassifiziert wird.
Der Tiergarten Kleve ist weiterhin täglich von 9-18 Uhr für BesucherInnen geöffnet. Alle Gäste müssen ihren Besuch vorab unter www.tiergarten-kleve.de anmelden. Für Personen ohne Internet besteht die Möglichkeit, sich dienstags zwischen 9 und 11 Uhr telefonisch unter der 02821 26785 für einen Tiergartenbesuch zu registrieren. Im gesamten Tiergarten gilt Maskenpflicht (auch für schulpflichtige Kinder). Ein Coronatest ist derzeit nicht erforderlich.

nach oben