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Naturschutzbeirat des Kreises gibt grünes Licht

Datum der Meldung: 01.02.2018

Rodungsarbeiten an der Europa-RadBahn-Trasse noch im Februar

Logo Europa-RadbahnDer Naturschutzbeirat des Kreises Kleve hat die erforderlichen Eingriffe an der geplanten Trassenführung der neuen Europa-RadBahn auf der alten Bahnlinie Kleve – Nijmwegen genehmigt. Damit können nach der Beauftragung entsprechender Fachunternehmen bereits im Februar die Rodungsarbeiten auf der Trasse durchgeführt werden, um die im Sommer beginnenden Bauarbeiten vorzubereiten.

Der Naturschutzbeirat des Kreises schloss sich mit seiner Entscheidung der Argumentation der beteiligten Stadt Kleve und der Gemeinde Kranenburg an. Beide Kommunen wollen mit der geplanten Trassenführung vor allem erneuten Flächenverbrauch für eine alternative Routenführung vermeiden. Auch eine Nutzung des existierenden Radweges entlang der B9 ist für das Projekt nicht praktikabel: Konflikte mit Fußgängern und motorisiertem Zweiradverkehr sind hier vorprogrammiert. Dazu kommt, dass zu viele Querungen zu Nebenstraßen und Einfahrten den Verkehrsfluss des Radweges hemmen.

„Bei der Europa-RadBahn geht es aber genau darum, wir wollen den Bürgerinnen und Bürgern eine sichere, schnelle und komfortable Strecke bieten, um sie zum Umstieg auf den Sattel zu bewegen“, betont der Technische Beigeordnete der Stadt Kleve Jürgen Rauer. Das sei, so Jürgen Rauer weiter, die umwelt- und klimatechnische Gleichung, auf der die Planungen insgesamt beruhen.

Diese Bilanz rechtfertigt unterm Strich auch die nun anstehenden Fällungen von bis zu 1.550 Gehölzen entlang der insgesamt über elf Kilometer langen Strecke. Seit Stilllegung der Bahnstrecke in den 1960er-Jahren hatte sich auf dem alten Gleiskörper neben der heutigen Draisinenstrecke sogenannte „Natur auf Zeit“ eingestellt, wilder und unkontrollierter Bewuchs, der nun in großen Teilen wieder weichen muss.

„Betroffen sind davon auch um die 60 Bäume, die mit einem Stammdurchmesser von über 70 Zentimeter mittlerweile zu stattlichen Exemplaren herangewachsen sind. 135 Bäume haben immerhin einen von 50 bis 70 Zentimetern“, präzisiert der Leiter des Fachbereichs Tiefbau Bernhard Klockhaus die Zahlen. Er ist bei der Stadt Kleve für das Projekt zuständig. „So bedauerlich diese Eingriffe sind, in der Summe bleibt eine positive Ökobilanz, weil am Ende umweltschädlicher Autoverkehr vermieden wird“, betont der Technische Beigeordnete Jürgen Rauer und ergänzt: „Zudem werden noch entsprechende Ausgleichsmaßnahmen durch Ersatzpflanzungen vorgenommen.“

Die Rodungsarbeiten werden nun zügig in Angriff genommen, denn aus Artenschutzgründen müssen sie bis Ende Februar abgeschlossen sein. „Das ist ambitioniert, war aber von vornherein so geplant. Letztendlich ist dieser Zeitplan auch Bestandteil eines zehn Punkte umfassenden Auflagen-Katalogs des Naturschutzbeirates, den wir Punkt für Punkt in der Umsetzung berücksichtigen werden“, sagt Bernhard Klockhaus.

So werden unter anderem 3.000 Quadratmeter Ausgleichsflächen für die Nachtigall auf direkt angrenzenden Ackerflächen geschaffen und auf eine durchgehende Beleuchtung der Strecke zugunsten des Landschaftsbildes und des Fledermausschutzes verzichtet. Die Beleuchtung an Knotenpunkten und innerorts erfolgt ohne Streulicht und mit fledermausfreundlichen Leuchtmitteln.

Die Anwohner wurden bereits im Vorfeld über die anstehenden Arbeiten informiert.

 

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