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Zaun- und Mauerhöhen

Was ich beachten muss

Grafik Zaunhöhen

Immer wieder wird die Frage an die Baubehörde der Stadt Kleve herangetragen, wie hoch Hecken, Zäune oder Mauern auf der Grundstücksgrenze sein dürfen. Diese Frage wird insbesondere in Bezug auf Höhenvorgaben für den Vorgartenbereich gestellt. Aber auch bezüglich des eigentlichen Gartenbereichs und der dortigen Grenzen zu den Nachbarn stellt sich oftmals die Frage, wie hoch darf der Zaun eigentlich sein? Und gibt es noch andere Vorschriften, die ich beachten muss? Offenbar herrscht bei den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt eine große Unsicherheit darüber, was man bei der Errichtung einer sogenannten Einfriedigung, also einer Mauer, eines Zauns oder einer Hecke auf der Grundstücksgrenze, egal ob im Vorgarten oder zum Nachbarn, zu beachten hat.

In den einschlägigen Gesetzen spricht man weniger von Zäunen, Hecken oder Mauern als vielmehr von Einfriedungen. Als sogenannte Einfriedung wird also eine Anlage bezeichnet, mit der ein Grundstück nach außen hin abgegrenzt wird.

Es liegt in der Natur des Menschen, seinen Grund und Boden mit den verschiedensten Mitteln und Materialien zu umzäunen oder zumindest zu kennzeichnen. Das Einfrieden existiert, seit der Mensch sesshaft wurde und hatte über die Jahrhunderte hinweg fast immer dieselben Gründe. Hauptsächlich dienten solche Einfriedungen dazu, Grenzen zwischen Eigentum und öffentlichem Raum bzw. den Grundstücken der Nachbarn aufzuzeigen, was gleichzeitig eine mehr oder weniger verlässliche Schutzfunktion mit beinhaltete. Haus- und Grundstückseigentümer schätzen das Glück einer störungsfreien Umgebung für die gesamte Familie.

Eine Einfriedung hat somit durchaus wichtige Funktionen. So schützt sie das Grundstück auf verschiedene Weise.

  1. Sie hindert Menschen und Tiere daran, das Grundstück zu betreten.
  2. Sie schützt vor klimatischen Einflüssen von außen, darunter Wind, ebenso wie vor Immissionen, darunter Lärm.
  3. Sie verhindert Einblicke von außen auf das Grundstück (Sichtschutz).
  4. Sie trägt Sorge dafür, dass kleine Kinder oder Haustiere nicht ungehindert in den öffentlichen Straßenraum gelangen können.

Der Begriff Einfriedung ist demnach wörtlich zu nehmen. Die Anlagen zur Abgrenzung sollen dem Grundstück Frieden bringen und ihn bewahren.

Zaun, Hecke oder Mauer sind im Vorgartenbereich aber auch die Visitenkarte des eigenen, privaten Territoriums. Sie sollen den vermeintlich guten Geschmack der Eigentümer an die Außenwelt übermitteln. Der Zugang zur Eingangstüre geleitet die Gäste nicht nur in Richtung Haus. Die Gestaltung stimmt die Besucher zugleich ein auf die Mentalität der Bewohner. Indem Sie bei der Vorgartengestaltung auf einen Zaun verzichten, ist der erste Schritt zu einer freundlichen, einladenden Wirkung bereits getan. Zudem trägt der Verzicht auf einen Zaun oder eine Mauer maßgeblich dazu bei, einen kleinen Vorgarten optisch größer wirken zu lassen.

Bevor Sie sich also darüber informieren, wie hoch eine Einfriedung sein darf, sollten Sie sich also erst einmal Gedanken darüber machen, ob Sie überhaupt einen Zaun oder eine Mauer benötigen, oder ob es nicht auch eine natürliche Einfriedung in Form einer Hecke sein kann. Auch der grundsätzliche Verzicht auf eine Einfriedigung kann die bessere Entscheidung sein. Sie müssen jedoch besonders an den Grenzen ihres Grundstücks berücksichtigen, dass auch mit der Nachbarschaft ein stressfreies und harmonisches Miteinander möglich bleibt. Rücksicht nehmen ist geboten, am besten auf gegenseitiger Basis.

Und noch eine Frage muss vorab beantwortet werden. Denn bevor geklärt werden kann, wie hoch ein Zaun oder eine Mauer an der Grundstücksgrenze sein darf, muss definiert werden, wie die Höhe überhaupt ermittelt wird. Ab wo also misst man eigentlich die Höhe des Zauns? Grundsätzlich gilt, die Höhe wird von der natürlichen, gewachsenen Geländeoberfläche aus gemessen. Findet sich beispielsweise auf Ihrem Grundstück eine künstlich angelegte Aufschüttung, wird diese nicht als Maßstab herangezogen, sondern die ursprüngliche Geländeoberfläche.

Ob Zaun, Hecke oder Mauer – die wichtigsten Fragen rund um Eigentum, Immobilien und Grundstück regelt in Deutschland das Bürgerliche Gesetzbuch (§§ 903 bis 924). Alle Detailfragen, die darüber hinausgehen, fallen unter das sogenannte Nachbarrecht (Nachbarrechtsgesetz NachbG NRW ab §32 – 39) und sind somit Ländersache, oder sogar Angelegenheiten der Kommunen und Gemeinden, die durch den Gesetzgeber ermächtigt worden sind, eigene Gestaltungsregeln mittels Satzungen zu erlassen. Von diesem Recht hat die Stadt Kleve Gebrauch gemacht, und in Ihren Gestaltungssatzungen für das Stadtgebiet auch Vorgaben zu den Höhen von Hecken, Zäunen und Mauern festgesetzt.

Sofern Ihr Zaun, Ihre Hecke oder Ihre Mauer höher werden soll, als dies nach den Festsetzungen der für Sie gültigen Gestaltungssatzung möglich ist, können sie einen Abweichungsantrag stellen, in dem sie die Gründe darstellen, die aus Ihrer Sicht die Abweichung rechtfertigen. Die Stadt Kleve wird dann entscheiden, ob Ihrem Antrag gefolgt werden kann. Bei Zuwiderhandlung müssen Sie nach deutscher Rechtslage damit rechnen, dass Sie die Einfriedung umbauen oder gar abreißen müssen.

Grundsätzlich, sofern Sie sich unsicher sind, können Sie sich telefonisch oder per Mail an das Technische Bürgerbüro Planen und Bauen (Tel. 02821-84399 Mail: pub@kleve.de) wenden. Hier wird man Ihnen die notwendigen Auskünfte kurzfristig geben können.

Um Ihnen aber einen Überblick zu verschaffen, was in Kleve in Bezug auf die Höhe von Einfriedigungen erlaubt ist, hier ein kurzer Überblick. Vorweggeschoben werden sollte, dass als Vorgartenbereiche die Flächen zwischen der Verkehrsflä­che und der Vorderseite der Gebäude sowie alle Bereiche, die in Bebauungsplänen als solche fest­gesetzt sind, gelten.

Ansprechpartner

Name Kontakt
61.2 Bauordnung
Minoritenplatz 1
47533 Kleve
Tel.:0 28 21 / 84 - 262
Dieter.Schoofs@Kleve.de

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