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Ausstellung: A.F. Siegert - die kleine Welt in der großen

Die große und die kleine Welt - spätestens seit diesem Frühjahr haben wir eine ganz neue Beziehung zu diesen beiden. Der Rückzug ins Private hat seit Corona für uns Zeitgenossen eine neue Dimension erhalten. Dass das vor 200 Jahren schon einmal in der Zeit des Biedermeiers so war - davon zeugt die ab dem 5. Juli im B.C. Koekkoek-Haus zu sehende Ausstellung.

August Friedrich Siegert (Neuwied a. Rh. 1820-1883 Düsseldorf) wurde vor zweihundert Jahren geboren und war ein Vorfahre des in Kleve immer noch bekannten Leiters der Schuhfabrik Hoffmann, Dr. Walther Siegert (1904-1970). Er war nicht nur als Professor an der Düsseldorfer Akademie ein anerkannter Künstler, darüber hinaus wurde er als Lehrer an der Koninklijke Akademie voor Beeldende Kunsten in Amsterdam berufen. Wie es bei B.C. Koekkoek, dem Klever Malerfürsten, der Fall ist, schlägt diese Künstlerpersönlichkeit eine Brücke zwischen der Düsseldorfer Malerschule und den Niederlanden. August Friedrich Siegert stammte aus einer Neuwieder Kaufmannsfamilie und durfte auf Empfehlung von Friedrich Wilhelm von Schadow an der Düsseldorfer Kunstakademie studieren (1835-45, mit Unterbrechung durch den Militärdienst). Nach einigen Reisen blieb er 1848-50 in Neuwied (malte dort vorwiegend Porträts) und siedelte dann ganz nach Düsseldorf über. Als Professor an der Akademie (seit 1872) und Maler mit eigenem Atelier erwarb er sich bald einen überaus guten Ruf. Zunächst waren es Porträts, dann kamen historische Szenen dazu und sozialkritische Themen, berühmt wurde er für Genre-Szenen. In öffentlichen Sammlungen blieben Siegert-Gemälde in Neuwied, in Hannover und in Amsterdam erhalten, erstaunlich viele aber in der weit verzweigten Familie. Die Ausstellung zieht nach der ersten Station im Düsseldorfer Stadtmuseum nun in die historischen Räume des Koekkoek-Hauses. Innerhalb der Familie Siegert sind ein kürzlich wieder entdecktes Geschäftsbuch und Briefe überliefert, sowie viele Gemälde vorhanden, die diese Ausstellung zum großen Teil bestücken. Der Öffentlichkeit kann ein spannendes, in Vergessenheit geratenes Werk eines Malers des Biedermeier in nie zuvor gezeigten Gemälden und Grafiken vorgestellt werden.

Die Schau wurde vorbereitet von der Enkeltochter Dr. Walther Siegerts, Dr. Annegret Stein, Berlin, und dem langjährigen Direktor des Städtischen Museums Haus Koekkoek und Museum Kurhaus Kleve, Drs. Guido de Werd, Köln.

Die Ausstellung wird im B.C. Koekkoek-Haus am Sonntag, dem 5. Juli 2020 ohne Eröffnungsfeierlichkeiten eröffnet und ist dort bis zum 1. November während der Öffnungszeiten des Museums zu sehen.

Es liegt ein Katalog im Wienand-Verlag vor, erhältlich im Museumshop für 34,- Euro

Datum05.07.2020 bis 01.11.2020
Uhrzeit14.00 bis 17.00 Uhr
OrtB.C. Koekkoek Haus
Koekkoekplatz 1
47533 Kleve
Telefon: 0 28 21 / 76 88 33
KategorieAusstellungen
VeranstalterB.C. Koekkoek Haus
Koekkoekplatz 1
47533 Kleve
Telefon: 0 28 21 / 76 88 33

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