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Ausstellung: Technische Paradiese - die Zukunft in der Karikatur des 19. Jahrhunderts

B.C. Koekkoek war ein großer Skeptiker der technischen Neuerungen des 19. Jahrhunderts – seine Befürchtung, das elektrische Licht werde auch einschneidende, schädliche Veränderung des menschlichen Wesens herbeiführen, ist bekannt. Ein Grund einmal seine Zeitgenossen zu befragen!

Die großen technischen Neuerungen des 19. Jahrhunderts, die Dampfmaschine, die Eisenbahn, die Dampfschifffahrt, die Fotografie, die Telegrafie und dann Telefonie, das Automobil, – all das kam relativ rasch im damaligen Alltag an, zuerst in den großen Städten, aber bald auch auf dem Land, den Flüssen und an den Küsten. Die Beschleunigung der Produktionsabläufe und Reisewege, etwa durch massive Flussbegradigungen und Tunnelbau, veränderten die alt hergebrachte Wahrnehmung von Zeit und Raum. Dies alles geschah zugleich offensichtlich und im Verborgenen, unübersehbar und doch in seiner tieferen Bedeutung schwer zu fassen. Gesucht wurde nach einem angemessenen Umgang mit der neuen, ebenso hilfreichen wie beunruhigenden Mitspielerin im Alltag, die den Menschen entlastete, indem sie ihn auch ein wenig enteignete: der Maschine.

Die Karikatur war das ideale Medium, um die Überraschung, die ungläubige Bewunderung, die Begeisterung und die Befürchtungen der Zeitgenossen auszudrücken. Als Kunst für das Aktuelle und für ein großes Publikum begleitete die Karikatur den revolutionären Aufstieg der Maschine von Nahem. Je mehr die Karikatur in hohen Auflagen und in Zeitungen zum visuellen Massenmedium wurde, desto mehr verdankte sie ihren eigenen Erfolg den Maschinen, den stetig verbesserten Druckerpressen. Das hielt die Karikaturisten nicht davon ab, dem industriellen Fortschritt ihren Spott gegenüberzustellen. Sie fragten, was das Prusten von „König Dampf“, die tierische Wildheit der „Dampfrösser“ und überhaupt die überwältigenden Fähigkeiten der Maschinen für die Menschen auf ihrem damals beginnenden Weg ins – versprochene – technische Paradies bedeuteten, in dem wir bis heute leben.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Museum B.C. Koekkoek Haus (dienstags bis samstags von 14 Uhr bis 17 Uhr sowie sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr) zu sehen.

Das B. C. Koekkoek Haus in Kleve übernimmt diese Ausstellung vom Museum LA8, Museum für Kunst und Technik des 19. Jahrhunderts Baden-Baden.

Gefördert von:
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
Landschaftsverband Rheinland
Museumsnetzwerk Niederrhein/ Kulturraum Niederrhein e.V.
Förderverein Günther Stockhausen e.V. Krefeld

Datum08.09.2019 bis 26.01.2020
Uhrzeit14.00 bis 17.00 Uhr
OrtB.C. Koekkoek Haus
Koekkoekplatz 1
47533 Kleve
Telefon: 0 28 21 / 76 88 33
KategorieAusstellungen
VeranstalterB.C. Koekkoek Haus
Koekkoekplatz 1
47533 Kleve
Telefon: 0 28 21 / 76 88 33

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