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Sprache mit Tönen. Ein Kafka-Projekt

1. Reihenkonzert in der Spielzeit 2018/2019
19 Uhr Konzerteinführung „Das dritte Ohr“

PROGRAMM

Franz Kafka
Gib’s auf!
Der Geier
Der Kreisel
Nachts
Der Aufbruch
Poseidon
Die Wahrheit über Sancho Pansa
Das Stadtwappen
Heimkehr
Kleine Fabel
Der Jäger Grachhus

im Wechsel verwoben mit

Erwin Schulhoff Fünf Stücke für Streichquartett
Alfred Schnittke Streichquartett Nr. 3
Carl Orff aus: Quartettsatz
Claude Debussy Streichquartett g-moll
Dmitri Schostakowitsch Polka
Thomas Adès Arcadiana op. 12
Charles Ives Scherzo

INTERPRETEN

Portrait Dominique Horwitz, Foto Ralf Brinkhoff
Dominique Horwitz Sprecher

Signum Quartett
Signum Quartett, Foto Irene Zanedl
Florian Donderer Violine
Annette Walther Violine
Xandi van Dijk Viola
Thomas Schmitz Violoncello

ZUM PROGRAMM

„Dann setzt Dominique Horwitz als Sprecher ein, und schon mit den ersten Sätzen macht er klar, über was für eine Ausdruckskraft, über welch dramatisches Gespür und über was für eine Wandlungsfähigkeit der Stimme er verfügt.“ Gunter Faigle, Südkurier

Der Schauspieler und Sänger Dominique Horwitz liebt das Wort - und die Musik als eine „Sprache mit Tönen“. In diesem Konzertprojekt performt er Texte von Franz Kafka, die das exzellente Signum Quartett mit ausgesuchten Kompositionen reflektiert. Absurd-existenzielle Erzählungen aus dem Nachlass des jüdischen Dichters werden mit Werken von Komponisten, die unter den Nationalsozialisten gelitten haben wie Schulhoff, vom Stalin-Regime geächtet wurden wie Schostakowitsch oder jüdischer Abstammung waren wie Schnittke, verwoben und überblendet. Horwitz poltert, brüllt, flüstert, beschmunzelt, spottet und begibt sich mit Haut und Haar in Kafkas Gestalt.

In der feinsinnigen Konzert-Dramaturgie sind die Quartettsätze im Zeitfluss den Texten angepasst, erhielten neu komponierte Übergänge, auch Endlos-Schleifen. Das derart verdichtete Wechselspiel von Wort und Klang kommt auf rhetorischen Zehenspitzen daher, das wagemutige Signum Quartett betört durch „energische Ernsthaftigkeit und poetische Präzision“ (Wolfgang Rihm). Mit großer Lust am Unerhörten erinnert es hier an die Stummfilm-Musik alter Horrorfilme und schlägt Klangbrücken zur Fantasiewelt Franz Kafkas, dessen Schriften mit zeitloser Aussagekraft lange Zeit verfemt und verboten waren.

ZU DEN INTERPRETEN

Dominique Horwitz
geb. 1957 in Paris, 1971 Umzug nach Berlin, 19jährig erstmals vor der Fernsehkamera, 1978 Kabarett im CaDeWe (Cabaret de Westens), Engagements am Theater Tübingen, am Staatsschauspiel München und Thalia Theater Hamburg, internationaler Durchbruch in Vilsmaiers „Stalingrad“, seither zahlreiche Film- und Fernsehproduktionen, Schauspielarbeit mit Katharina Thalbach, Peter Zadek und am Nationaltheater Weimar, seit 1984 hochgelobte Interpretation der Chansons von Jacques Brel, gefragter Künstler in musik-literarischen Programmen mit Werken von Strawinsky, Beethoven, Mendelssohn u.a., Erfüllen der Sprechrollen mit unvergleichlicher Intensität, Zusammenarbeit und CD-Einspielungen mit u.a. Daniel Barenboim, Valery Gergiev, Christoph Eschenbach, Isabelle Faust, dem MDR-Sinfonieorchester und Solisten der Berliner Philharmoniker.

Signum Quartett
mit lebendigen Interpretationen und individuellen Programmkonzepten eines der profiliertesten Quartette seiner Generation, Studien bei den Quartetten Alban Berg, Artemis und Melos, Zusammenarbeit mit György Kurtág, Walter Levin, Leon Fleisher und Jörg Widmann, zahlreiche Preise (Deutscher Musikwettbewerb, Premio Paolo Borciani u.a.), Konzerte auf internationalen Podien von Madrid bis Barcelona, Basel und Paris, zwischen Hamburg, Berlin, Leipzig, Luxemburg und Amsterdam, Wien und London, Kammermusik mit u.a. Igor Levit, Nils Mönkemeyer, Adrian Brendel und Dominique Horwitz, Diskographie mit stilistischer Bandbreite, regelmäßig Kooperation mit zeitgenössischen Komponisten, seit 2015 innovativers Social-Media-Projekt #quartweet, das weltweit Komponisten einlädt, ein bis 140 Zeichen umfassendes Quartett über Twitter zu senden.

- im Rahmen der Muziekbiennale Niederrhein „Verboten/verboden“ 2018
Logo Muziek Biennale Niederrhein

und

in Zusammenarbeit mit dem Kulturraum Niederrhein gefördert vom Land NRW–

Logo Kulturraum Niederrhein

Datum18.09.2018
Uhrzeit20.00 Uhr
OrtStadthalle
Lohstätte 7
47533 Kleve
Telefon: 02821/97 08 08
KategorieKonzerte und Musik, Reihenkonzerte, Konzerte
VeranstalterFachbereich Kultur der Stadt Kleve
Minoritenplatz 1
47533 Kleve
Telefon: 02821/84-254
Homepagewww.kleve.de
E-Mail:stephan.derks@kleve.de
Preisangabe 18,00 Euro
TicketagenturInformation im Rathaus der Stadt Kleve
Minoritenplatz 1
47533 Kleve
Telefon:+49 2821 84 600

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