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Kommunale Wärmeplanung

Die kommunale Wärmeplanung bildet die Grundlage für die Planung und Steuerung der Wärmewende auf kommunaler Ebene. Ziel ist es, die Herausforderungen einer flächendeckenden klimaneutralen Wärmeversorgung strategisch anzugehen.

Die Kommunale Wärmeplanung in Deutschland

Bis zum Jahr 2030 soll deutschlandweit der Ausstoß der Treibhausgase wie CO2 um 65 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 reduziert werden. Bis 2045 soll Deutschland sogar vollständig klimaneutral sein. Das ist eine Mammutaufgabe, und das Thema Heizen ist dabei ein wichtiger Faktor. Denn darauf entfallen etwa 50 Prozent des gesamten Energieverbrauchs.

Die im Wärmesektor liegenden Möglichkeiten zum Klimaschutz sollen durch eine kommunale Wärmeplanung ausgeschöpft werden. Neben der Stadt Kleve sind auch die Stadtwerke in diesen Transformations- und Planungsprozess eingebunden. Im Endeffekt profitieren auch Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger von einer sicheren, umweltfreundlichen und kostengünstigen Energieversorgung.

Zum 01. Januar 2024 trat das neue Wärmeplanungsgesetz zur flächendeckenden Wärmeplanung und Dekarbonisierung der Wärmenetze zeitgleich zum novellierten Gebäude-Energie-Gesetz (eine Präsentation mit den für Sie relevanten Informationen ist unten verlinkt) in Kraft. Das große Ziel des Gesetzes ist eine klimaneutrale Gestaltung der Wärmenetze (Nah- und Fernwärme) in Deutschland bis zum Jahr 2045. Als Zwischenziel soll bis 2030 deutschlandweit bereits die Hälfte der Nah-und Fernwärme klimaneutral erzeugt werden.

Vorgehen bei der kommunalen Wärmeplanung

Eine umfassende Bestandsaufnahme der Wärmeversorgung bildet die Basis der Wärmeplanung. Darauf aufbauend werden verschiedene Szenarien entwickelt, wie der künftige Wärmebedarf klimaneutral gedeckt werden kann. Dabei werden individuelle Zielsetzungen und lokale Strategien für den jeweiligen Standort berücksichtigt. Für das gesamte Stadtgebiet wird ein Wärmeplan entwickelt, der die zukünftige Wärmeversorgung für verschiedene Zonen bzw. Eignungsgebiete mithilfe bedarfsgerechter Maßnahmen beschreibt. Dieser Maßnahmenkatalog zeigt auf, wie das Ziel erreicht werden kann und welche zeitliche Abfolge dabei vorgesehen ist.


 

FAQs für die kommunale Wärmeplanung in Kleve

 

Hier finden Sie die wichtigen Fragen und Antworten zur kommunalen Wärmeplanung in Kleve.

Was ist eine kommunale Wärmeplanung?

Die kommunale Wärmeplanung ist ein langfristiger Prozess, der darauf abzielt, den Weg hin zu einer effizienten, umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Wärmeversorgung aufzuzeigen. Dabei werden die lokalen Gegebenheiten in Kleve mit einbezogen und die Wärmeplanung daran ausgerichtet. Beispiele hierfür sind die lokale Erzeugung erneuerbarer Energien, die Entwicklung von Wärmenetzen und die Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Warum ist eine kommunale Wärmeplanung wichtig?

Für die Erreichung der Klimaschutzziele ist die Umstellung unserer Wärmeversorgung erforderlich. Die kommunale Wärmeplanung schafft die Grundlagen, um anschießend die entsprechenden Planungsvoraussetzungen zu schaffen. Ziel der Bundesregierung ist es, bis 2045 die fossile Wärmeversorgung durch erneuerbare Energien zu ersetzen. Durch die kommunale Wärmeplanung werden den Bürger*innen transparent Informationen hinsichtlich der zu erwartenden Lösungen dargestellt.

Wann wird der kommunale Wärmeplan erstellt?

Zum 1. Januar 2024 hat der Bund ein Wärmeplanungsgesetz erlassen. Gemäß diesem Gesetz sind alle Kommunen verpflichtet, bis zu einem festgelegten Stichtag einen Wärmeplan zu erstellen. Für Gemeinden mit über 100.000 Einwohnern gilt der Stichtag 30.06.2026, während Gemeinden mit bis zu 100.000 Einwohnern bis zum 30.06.2028 Zeit haben, ihren Wärmeplan zu erstellen.

In Kleve wird der erste kommunale Wärmeplan bereits früher als vorgeschrieben, nämlich Ende 2024 erstellt. So wird die Transformation der Wärmeversorgung proaktiv und zielgerichtet gestaltet. Im ersten Quartal 2025 werden dann Ergebnisse zur Wärmeplanung für die Gesamtfläche des Stadtgebiets vorgestellt. Wie im Folgenden dargestellt, ist die kommunale Wärmeplanung ein dynamischer Prozess, der eine parzellenscharfe Planung im Laufe der nächsten Jahre ermöglichen soll.

Wie ist die Struktur eines kommunalen Wärmeplans?

Der Aufbau eines Wärmeplans umfasst grundlegend vier Elemente.

Bestandsanalyse:

In diesem Teil werden der aktuelle Wärmebedarf und -verbrauch erfasst sowie die Treibhausgasemissionen. Es werden Informationen zu den vorhandenen Gebäudetypen, Baualtersklassen und Versorgungsstrukturen wie Gas- und Wärmenetze, Heizzentralen und Speicher unter Beachtung der Vorgaben des Datenschutzes erhoben. Zudem wird die Beheizungsstruktur von Wohn- und Nichtwohngebäuden ermittelt.

Potenzialanalyse:

Hier wird ermittelt, wie hoch die verfügbaren Potenziale für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Nutzung von Abwärme sind. Zudem wird untersucht, wie viel Energie in den Bereichen Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme eingespart werden kann.

Aufstellung Zielszenario:

In diesem Teil entwickelt die Kommune ein Szenario, um den zukünftigen Wärmebedarf mit erneuerbaren Energien zu decken und eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Es werden Eignungsgebiete für Wärmenetze und Einzelversorgung benannt und Versorgungsstrukturen für das Jahr 2040 mit Zwischenzielen für 2030 und 2035 beschrieben.

Wärmewendestrategie:

Der letzte Teil beschreibt den Transformationspfad zur Umsetzung des kommunalen Wärmeplans. Es werden Prioritäten und Zeitpläne für die nächsten Jahre festgelegt und mögliche Maßnahmen zur erforderlichen Energieeinsparung und zum Aufbau der zukünftigen Energieversorgungsstruktur beschrieben.

Welche Erkenntnisse werden durch den kommunalen Wärmeplan gewonnen?

Der Wärmeplan wird für das gesamte Gemeindegebiet erstellt und hat das Ziel, den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 zu beschreiben. Er dient als Leitfaden, um die Stadt in Bezug auf die Wärmeversorgung zukunftsfähig zu machen. Ein zentraler Bestandteil des Wärmeplans ist die Wärmewendestrategie, die Maßnahmen, Prioritäten und einen Zeitplan für die kommenden Jahre enthält. Zudem werden Maßnahmen beschrieben, um die erforderliche Energieeinsparung zu erreichen und die zukünftige Energieversorgungsstruktur aufzubauen.

Was passiert nach der Aufstellung des kommunalen Wärmeplans?

Ein Wärmeplan kann verschiedene Maßnahmen enthalten, die in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen.

Typische Maßnahmen, die häufig aufgeführt werden, sind unter anderem:

  • Aufbau oder Erweiterung von leitungsgebundenen Wärmenetzen
  • Ausbau individueller Wärmeerzeugungsanlagen z.B. durch Nutzung von Umweltwärme
  • Nutzung der Solarthermie, Geothermie, Wasserkraft und Windkraft sowie anderer Quellen für erneuerbare Energie
  • Ausbau der örtlichen Netzinfrastruktur
  • Sanierung von öffentlichen Gebäuden

Der Wärmeplan wird mindestens alle fünf Jahre überprüft und bei Bedarf überarbeitet und aktualisiert.

Wie wird sich die kommunale Wärmeplanung in Zukunft weiterentwickeln und welche Ziele werden angestrebt?

Die kommunale Wärmeplanung ist keine reine Vision. Sie identifiziert klare Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele und kontrolliert laufend deren Umsetzungsmöglichkeiten.

Ein Ziel ist die Erreichung der Klimaziele auf dem kostengünstigsten und dem effektivsten Weg.

Sollten sich klimapolitische Ziele in Zukunft verändern, wird die kommunale Wärmeplanung sich daran anpassen und aktualisiert werden.

Wie kann ich als Bürger*in aktiv zur Wärmewende beitragen?

Als Bürger*in können Sie konkret die Umsetzung voranbringen, indem sie Energieeinsparmaßnahmen am eigenen Gebäude prüfen (Förderungen prüfen, Energieberatungen in Anspruch nehmen). Weiterhin können Sie ein Bewusstsein schaffen. Hierzu tragen Sie bei, wenn Sie mit Ihrem Umfeld aktiv über das Thema sprechen.

Wie werden die Bürger*innen in der kommunalen Wärmeplanung einbezogen?

Der Prozess der kommunalen Wärmeplanung sieht die Beteiligung von relevanten Akteuren und die Partizipation der Bürger*innen vor. Eine Informationsveranstaltung ist nach den Sommerferien in der Stadthalle geplant.

Zudem werden Informationen über die Internetseite der Stadt Kleve veröffentlicht und die FAQs laufend aktualisiert.

Was wird unter erneuerbaren Energien für die Wärmeversorgung verstanden?

Erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung sind Energiequellen, die in der Regel lokal verfügbar sind und als nachhaltige Alternative zu fossilen Brennstoffen gelten.

Beispiele für erneuerbare Energien sind Solarenergie (Sonnenenergie), Windenergie, Geothermie (Erdwärme) oder Umweltwärme. Diese Energiequellen tragen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen bei.

Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages