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Parkpflegewerk Neuer Tiergarten

Berühmte Letzte Worte in Zeiten des Klimawandels

Der Gärtner: Die Beeren sind essbar.

Audrey Hepburn

To plant a garden is to believe in tomorrow.

 

Historische Gärten Kleve

Die Klever Parkanlagen sind ohne Zweifel eine Besonderheit und stellen, im Ensemble mit dem Museum Kurhaus, einen überregional bedeutsamen touristischen Anziehungspunkt dar. Neben der damit verbundenen Aufmerksamkeit ist damit aber auch die Verantwortung und Herausforderung verbunden, die Anlagen in ihrem Wert zu erhalten und zu pflegen, notwendige Teile zu rekonstruieren und bei Bedarf zu ergänzen. Vor dem Hintergrund sich ändernder gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen ist es wichtig in Bezug auf die Frage, wie in den nächsten Jahren und Jahrzehnten mit diesem Erbe sachgerecht und verantwortungsbewusst umgegangen werden kann, Leitbilder und Ziele zu entwickeln und dabei die gesellschaftlichen Veränderungen und wirtschaftlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Dazu soll die Erstellung eines Parkpflegewerks dienen.

 

Die Geschichte

Ab Mitte des 17. Jahrhunderts verwandelte der brandenburgische Statthalter Johann Moritz von Nassau-Siegen (1604-1679) den Umkreis der mittelalterlichen Stadt Kleve zu einer weiträumigen Parklandschaft. Nachdem ab 1650 zunächst westlich der Schwanenburg der Alte Tiergarten entstand, widmete man sich ab 1653 dem östlich gelegenen Neuen Tiergarten. Der mit der Ausführung beauftragte Architekt Jakob van Campen (1595-1657) erhöhte den zentral gelegenen Sternberg als Aussichtspunkt und legte zwölf Alleeachsen mit Blickbezügen zu ferner gelegenen Zielpunkten an. Das Amphitheater mit seiner Kaskade am quellenreichen Steilhang des Springbergs sowie der in der Ebene weitergeführte Prinzenkanal stellen die Hauptachse der barocken Gestaltung dar.

Die Klever Gärten gelten als Vorläufer für die im 19. Jahrhundert aufkommenden Ideen der Landesverschönerung: die umgebende Landschaft wird als Kulisse und über axiale Verbindungen wie Alleen und Blickbezüge in die Parkgestaltung einbezogen. Die natürlichen Grundlagen mit Topografie, Gewässern und Vegetation dienten als Ausgangslage für die Konzeption. Mit Entdeckung der Heilquelle im Jahre 1842 begann Kleves Aufstieg als renommiertes Kurbad. Maximilian Friedrich Weyhe (1775- 1846), königlich-preußischer Gartendirektor aus Düsseldorf, wurde 1821 mit der Neugestaltung der Kuranlagen des Neuen Tiergartens beauftragt.

Der von Weyhe im landschaftlichen Stil umgestaltete Forstgarten sowie der Schützenhauspark vervollständigten das gartenkünstlerische Gesamtkunstwerk des Neuen Tiergartens. Das Parkpflegewerk zum Kernbereich des Neuen Tiergartens dient als Fortschreibung der von Rose und Gustav Wörner ab 1979 betreuten Planung zur Wiederherstellung des historischen Parks. Der herausragende kulturhistorische und denkmalpflegerische Wert der klevischen Gartenanlagen wurde bereits Ende der 1970er Jahre herausgestellt und der Neue Tiergarten mit seinen historischen Bezügen zum Kavariner Tor und Gut Gnadenthal sowie zur Wasserburg Rindern 1988 als Denkmalbereich eingetragen. Im Jahre 2014 wurde der Neue Tiergarten nach einer weiterführenden denkmalrechtlichen Bewertung zusätzlich als Baudenkmal (Gartendenkmal) unter Schutz gestellt.

Das Parkpflegekonzept

Im Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahre 2009, welches in enger Zusammenarbeit mit den Bürgern der Stadt erstellt werden konnte, ist das Ziel formuliert, Grün und Freiräume zu erhalten. Als wichtige Maßnahme ist darin die Erstellung eines Parkpflegewerks aufgeführt. Demnach nehmen die historischen Park- und Grünanlagen eine bedeutende Rolle in der Stadt und im Bewusstsein der Klever Bevölkerung ein, die es langfristig zu sichern gilt. Als Bearbeitungsgebiet des Parkpflegewerks wurde der Kernbereich des Neuen Tiergartens mit der zentralen Hauptachse vom Amphitheater zum Prinz-Moritz-Kanal und den in der Ebene liegenden Parkbereichen vom Forstgarten bis zum Schützenhauspark bestimmt.

Mit der Aufstellung des Parkpflegewerks für den „Neuen Tiergarten Kleve – Kernbereich“ ist das Fachbüro für Landschaftsarchitektur von Elke Lorenz aus Düsseldorf beauftragt. Zu Beginn des Jahres 2014 hat Frau Lorenz die Bearbeitung des Parkpflegewerks in Kleve aufgenommen. Ihre Tätigkeit gliederte sich dabei in die historische Analyse und Dokumentation, die Bestandserfassung, die Bestandsanalyse und -bewertung, die Denkmalbewertung sowie den Ziel- und Entwicklungsplan. Der Planungsprozess wurde von einem fachämterübergreifenden Gremium begleitet, dessen Diskussionen und schriftliche Stellungnahmen in das Ergebnis des Parkpflegewerks eingeflossen sind. Im Ergebnis steht der fertiggestellte Teil der Ziel- und Maßnahmenplanung als Werk mit 51 Seiten, zehn Plänen, einer Pflanzenliste im Anhang sowie einem umfangreichen Maßnahmenkatalog nun der Stadt Kleve zur Verfügung